Was ist eine Akkordfolge? Die vier Akkorde hinter unzähligen Songs
Eine Akkordfolge ist die Abfolge von Akkorden, die ein Musikstück durchläuft, in ihrer Reihenfolge und in der Zeit. Die berühmteste im Pop ist C, G, a-Moll, F, meist ein Akkord pro Takt und wiederholt, in Zahlen geschrieben als I–V–vi–IV. Eine Akkordfolge ist die Harmonie unter einem Song: Die Melodie liegt darüber, und dieselbe Akkordfolge kann viele verschiedene Melodien tragen.
Wie sieht eine Akkordfolge aus?
In einem Akkordblatt ist eine Akkordfolge eine Reihe von Akkordsymbolen zwischen Taktstrichen:
| C | G | Am | F |
Jeder Akkord dauert hier einen Takt, und die vier Takte wiederholen sich. Wer eine Gitarre oder ein Keyboard hat, kann allein nach dieser Zeile mitspielen. Das Blatt sagt dir, welcher Akkord wann kommt; es sagt dir nicht die Melodie, nicht den Rhythmus des Anschlags und nicht, wie die Töne anzuordnen sind. Wenn du nicht sicher bist, was ein Akkord ist, fang mit dem Artikel „Was ist ein Akkord?“ an.
Warum schreibt man Akkordfolgen in römischen Ziffern?
Römische Ziffern beschreiben eine Akkordfolge, ohne sie an eine Tonart zu binden. Jede Ziffer ist die Position des Akkordgrundtons in der Tonleiter der Tonart: I ist der Akkord auf dem ersten Ton, V der Akkord auf dem fünften. Großbuchstaben bedeuten einen Dur-Akkord, Kleinbuchstaben einen Moll-Akkord.
So lässt sich eine Formel in jeder Tonart spielen:
| Tonart | I | V | vi | IV |
|---|---|---|---|---|
| C-Dur | C | G | Am | F |
| G-Dur | G | D | Em | C |
| D-Dur | D | A | Hm | G |
| A-Dur | A | E | Fism | D |
| E-Dur | E | H | Cism | A |
Fünf Zeilen, eine Akkordfolge. Wer sie tiefer oder höher singen muss, wechselt die Zeile, nicht den Song. Die Lektion über das Harmoniefeld zeigt, woher die sieben Akkorde einer Tonart und ihre Ziffern kommen.
Welche vier Akkorde stecken hinter so vielen Songs?
Die vier Akkorde sind I, V, vi und IV: die Dur-Akkorde auf dem ersten, fünften und vierten Ton einer Dur-Tonart und der Moll-Akkord auf dem sechsten. In dieser Reihenfolge gespielt sind sie die Schleife hinter einer langen Liste von Hits aus verschiedenen Jahrzehnten:
- „With or Without You“ (U2): D, A, Hm, G, also I–V–vi–IV in D-Dur.
- „Don’t Stop Believin’“ (Journey): Der Klavierteil am Anfang ist E, H, Cism, A, also I–V–vi–IV in E-Dur.
- „Someone Like You“ (Adele): A, E, Fism, D, also I–V–vi–IV in A-Dur.
Die Comedy-Gruppe The Axis of Awesome hat ein ganzes Medley, „4 Chords“, aus Songs gebaut, die diese Schleife verwenden.
Beginne dieselben vier Akkorde bei vi, und du bekommst vi–IV–I–V, das dunkler klingt, weil es mit dem Moll-Akkord anfängt. „Zombie“ (The Cranberries) wiederholt e-Moll, C, G und D, dieselben vier Akkorde wie I–V–vi–IV in G-Dur, nur an einer anderen Stelle eingestiegen. Warum die Schleife so gut funktioniert, Funktion für Funktion, ist Thema der Lektion Die Akkordfolgen, die jeder benutzt.
Welche anderen Akkordfolgen sind verbreitet?
Eine Handvoll Akkordfolgen taucht immer wieder auf:
| Akkordfolge | Ziffern | In C-Dur | Ein bekanntes Beispiel |
|---|---|---|---|
| Rock ‘n’ Roll mit drei Akkorden | I–IV–V | C F G | „La Bamba“ |
| Die Fünfziger-Folge | I–vi–IV–V | C Am F G | „Every Breath You Take“ (The Police) |
| Zwölftaktiger Blues | I, IV und V über zwölf Takte | C, F, G | „Johnny B. Goode“ (Chuck Berry) |
| Die Jazz-Kadenz | ii–V–I | Dm G C | „Autumn Leaves“ beginnt mit einer |
| Pachelbels Kanon | I–V–vi–iii–IV–I–IV–V | C G Am Em F C F G | Pachelbels Kanon in D-Dur |
Die Beispiele stehen in ihren eigenen Tonarten; die Ziffern sind in jeder Tonart dieselben.
Warum verwenden so viele Songs dieselben Akkorde?
Weil eine Dur-Tonart nur sieben Akkorde hat und drei davon die meiste Arbeit leisten. Der Akkord auf I klingt nach Zuhause, der Akkord auf V zieht dorthin zurück, und der Akkord auf IV entfernt sich vom Zuhause, ohne diesen Sog. Die meisten Akkordfolgen sind Wege, von zu Hause aufzubrechen und zurückzukehren, und es gibt nur eine begrenzte Zahl kurzer Wege. Die Lektion darüber, was die Stufen tun, erklärt diese drei Aufgaben und warum die Akkorde auf ii, iii und vi für sie einspringen können.
Deshalb klingen Songs mit einer verbreiteten Akkordfolge auch nicht gleich. Melodie, Rhythmus, Tempo, Arrangement und Text tragen das meiste von dem, was einen Song wiedererkennbar macht.
Wie findest du die Akkordfolge eines Songs?
Bestimme zuerst die Tonart, dann folge dem Bass, dann entscheide für jeden Akkord Dur oder Moll. Weil eine Tonart nur sieben Akkorde hat, musst du dich bei den meisten Songs nur zwischen I, IV, V und vi entscheiden. Die Methode Schritt für Schritt steht in Die Akkorde eines Songs heraushören, und der erste Schritt hat einen eigenen Artikel: Die Tonart eines Songs nach Gehör bestimmen.
Wie schreibst du deine eigene Akkordfolge?
- Wähle eine Tonart. C-Dur ist auf der Klaviatur am einfachsten, G-Dur auf der Gitarre.
- Schreib ihre Akkorde auf. In C-Dur: C, Dm, Em, F, G, Am und H vermindert, den du anfangs weglassen kannst.
- Beginne auf I. Damit weiß der Hörer, wo das Zuhause ist.
- Entferne dich mit IV, ii oder vi. Diese Akkorde verlassen das Zuhause, ohne drängend zu klingen.
- Baue Spannung mit V auf. Das ist der Akkord, der am stärksten nach Hause will.
- Ende auf I oder lass die Schleife laufen. V–I klingt abgeschlossen. Endet eine Schleife auf V, schickt sie sich selbst eine weitere Runde.
C–Am–F–G und C–F–G–C folgen beide diesen Schritten. Spiel jede ein paarmal, dann tausche einen Akkord aus und hör, was sich ändert.
Probier es aus
Eine Akkordfolge zu hören ist eine andere Fähigkeit, als sie zu lesen. Die Lektion Die Akkordfolgen, die jeder benutzt spielt Akkordfolgen wie I–V–vi–IV und ii–V–I, bei denen der letzte Akkord fehlt, und bittet dich, ihn zu ergänzen. Danach setzt Eine Akkordfolge lesen die ganze Methode an Akkordfolgen zusammen, die du noch nie gesehen hast.